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Die Funktion des Pferdegebisses

Wildpferde in der Steppe Wie man unschwer erkennen kann, ist die Nahrung dieser Pferde nicht mit unserem Futter zu vergleichen
Wildpferde in der Steppe

Das Gebiss der Pferde ist von der Natur für die kontinuierliche Nahrungsaufnahme konzipiert. Dabei wird strukturiertes, recht hartes Futter zerkaut. Die Zähne des Steppentieres Pferd sind aufgrund der Evolution auf harte Gräser ausgelegt. Diese muss es mit den Schneidezähnen abbeißen und mit den Backenzähnen gründlich zermahlen, bis sie herunter geschluckt werden können. Zusätzlich zum Gras wird auch Rinde, Blätter, und etwas Erde mit aufgenommen.

Am Schädelpräparat kann man die Länge
der Zähne erkennen

Diese Nahrung stellt hohe Ansprüche an die Zähne. Der Kaudruck ist groß, und die Zähne werden kontinuierlich abgerieben. Die Natur hat es daher so eingerichtet, dass die Pferdezähne sich ein Pferdeleben lang immer weiter aus dem Kiefer herausschieben. Auf dem Bild kann man sehen, wie lang Pferdezähne im Verhältnis zum sichtbaren Teil sind. In der freien Natur befindet sich das Nachschieben und der Abrieb im Gleichgewicht.
Sehr wichtig ist dabei der gleichmäßige Abrieb aller Zähne über die gesamte Breite der Kaufläche.

Der Unterkiefer des Pferdes ist schmaler als der Oberkiefer, und die unteren Backenzähne sind schmaler als die Oberen. Daher liegen im Ruhezustand die Backenzähne nicht gerade übereinander, sondern berühren sich nur zum Teil. Wenn das Pferd korrekt kaut, bewegt es den Unterkiefer in einer weiten Kreisbewegung, so dass die Backenzähne sich gegenseitig in der vollen Breite abnutzen.

Schädelpräparat schräg von vorn Hier kann man sehen, dass auch innen die Zähne in Ruhe nicht gerade aufeinander stehen.
Pferdeschädel von unten Hier kann man deutlich erkennen, um wieviel breiter der Oberkiefer beim Pferd gegenüber dem Unterkiefer ist.

Die Schneidezähne nutzen sich beim Abbeißen der harten Gräser in der Natur ebenfalls ab. Dabei bleibt das wichtige Gleichgewicht zwischen dem Abnutzen und Nachschieben zwischen Backenzähnen und Schneidezähnen erhalten.
Alle Zähne müssen sich bei gesenktem Kopf (natürliche Fresshaltung) ohne besonderen Druck berühren. Im Bild unten links ist dieses Gleichgewicht durch zu lange nicht abgenutzte Schneidezähne gestört. Das Pferd war zum Zeitpunkt der Aufnahme 13 Jahre alt. Zum Vergleich ist rechts das Gebiss eines 4 jährigen Pferdes zu sehen. Hier sind die Zähne noch nicht so weit heraus geschoben und das Gleichgewicht ist noch intakt.

Zu lange Schneidezähne - Bei diesem 13 jährigen Pferd müssen die Schneidezähne gekürzt werden, damit die Backenzähne wieder korrekt aufeinander kommen
Schneidezähne beim jungen Pferd - Bei diesem vierjährigen Pferd sind die Schneidezähne noch im Gleichgewicht mit den Backenzähnen.